Wunden sind mehr als Spuren. Sie berühren uns tief, weil sie uns daran erinnern, dass auch wir verletzlich sind, dass unser Inneres nicht fest ist, sondern flüssig. Darstellungen von Folter, Verletzungen und Wunden erinnern uns an unsere Fragilität und sind damit nicht nur Angriffe auf unsere körperliche, sondern auch auf unsere seelische Integrität. Während die Fotografie eingängige und wahrnehmungsnahe, aber völlig glatte Bilder des Leidens schafft, kann in der Malerei die Verwundung auch materiell erfahrbar werden.

Die verschiedenen Arten, mit der unbestreitbaren Ähnlichkeit zwischen roter Farbe und Blut umzugehen, leiten unsere Wahrnehmung der Werke. Sie zielen auf unsere Freude an der Farbe, unsere Frömmigkeit, unseren Voyeurismus oder unsere Freude am Spurenlesen ab.

Ein Rundgang durch die Ausstellung "Zeig mir deine Wunde".